Zauberpilze – umstrittene Naturgaben

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Zauberpilze gehören zu den ältesten Drogen in der Menschheitsgeschichte. Höhlenmalereien zeugen davon, dass sie schon in archaischen Zeiten eingenommen wurden und einen großen emotionalen Eindruck auf die Menschen hinterließen. Dies lässt sich auch leicht erklären, denn neben der tiefen Wirkung, die sie auf unsere Wahrnehmung ausüben, erfordert der Konsum keinen spezialisierten Herstellungsprozess wie beispielsweise beim Alkohol. Die Zauberpilze konnten einfach gegessen werden und die markanten Signalfarben gestalteten das Aufspüren kinderleicht.

Spiritualität und Grenzerfahrungen

Die massive Verbreitung der Zauberpilze auf unserem Planeten lässt den Verdacht entstehen, dass die psilocybinhaltigen Pilze positive Effekte auf die menschliche Evolution ausübten. Viele Theorien sind in diesem Zusammenhang bereits entwickelt worden: 

Einige Hypothesen beruhen darauf, dass die gemeinsamen rauschhaften Zusammenkünfte der Stämme ihren Gemeinschaftssinn, ihre Spiritualität und ihre religiöse Sinnstiftung förderten. Andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Psychedelika den Menschen zu einem intensiveren assoziativen Denken, zu einer Neubewertung von Situationen, zu einer Überwindung überkommener Gedankenmuster und zu kreativen Lösungen verhalfen. Die neue Fähigkeit der Reflexion und Abstraktion habe den Menschen kognitiv gar auf eine neue Stufe gehievt.

Doch vor zu viel Euphorie sei gewarnt, denn die Signalfarben der Pilze wie ihr abstoßender Geschmack und ihre geringe Verträglichkeit bieten recht deutliche Hinweise darauf, dass der Konsum eher ein zweischneidiges Schwert und mit Vorsicht zu betrachten ist. 

Der Wirkkomplex von Zauberpilzen

Zauberpilze werden als Pilze definiert, die den Wirkstoff Psilocin oder Psilocybin in sich tragen, der in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Solche „Magic Mushrooms“ sind zum Beispiel Pilze der Gattung Psilocybe semilanceata, Stropharia cubensis und Psilocybe mexicana. Der halluzinogene Wirkstoff aktiviert das serotonerge System bei gleichzeitiger Aktivierung des Botenstoffs GABA. Dies trägt zu den bekannten antidepressiven Effekten des Psilocybins bei, der ähnlich wie Ketamin auf eine medizinische Zulassung hin geprüft wird. Das von Konsumenten oft beschriebene Gefühl der Behaglichkeit hängt eng mit der Interaktion von Psilocybin mit den GABA-Rezeptoren zusammen.

Verdrängte Wirklichkeiten

Der Wirkkomplex der Magic Mushrooms ist insgesamt sehr komplex und noch nicht vollständig erforscht. Als sicher gilt, dass der Filter, der das Bewusstsein üblicherweise vor den Eindrücken des Unterbewusstseins schützt, in seiner Wirkung gedrosselt wird, sodass der Konsument regelrecht von Wahrnehmungen durchflutet wird, die sonst kaum den Zugang in sein bewusstes Denken finden. Freunde der Zauberpilze pflegen in solchen Fällen zu sagen, dass man erst durch diese Psychedelika sich selbst kennenlernen könne. Andere ertragen die Konfrontation mit verdrängten Denkinhalten weniger, sodass ähnlich wie beim Cannabis die Gefahr einer drogeninduzierten Psychose stets mitschwingt.

Mit LSD haben die Zauberpilze zudem gemeinsam, dass sie Nutzer zu folgenschweren Kurzschlusshandlungen verleiten können, auch wenn die Gefahr dafür geringer ist als bei LSD und der Trip insgesamt kürzer und harmonischer verläuft. Der Unterschied zur Volksdroge Alkohol könnte also nicht größer sein, denn während der „König“ schlechte Gedanken betäubt, ziehen Zauberpilze diese an die Oberfläche und bieten somit überhaupt die Voraussetzung für eine Auseinandersetzung mit seinen Dämonen im Sinne des Katharsis-Effekts, die zur Reinigung führen kann, aber auch in die Hölle.

Fragen zur Dosierung

Die Intensität des Rauschs hängt mit der Dosis, der Beschaffenheit der konsumierten Pilze, der momentanen Stimmung und dem eigenen Persönlichkeitsprofil zusammen. Aus diesem Grund sollte man die Zauberpilze Dosierung berechnen lassen, wozu es leicht zu handhabende wissenschaftlich erprobte Verfahren gibt. Die Wirkung tritt nach etwa 15 bis 45 Minuten ein bei einer langen Plateauwirkung, die durchaus einige Stunden umfassen kann, bis sich die Wirkung wiederum in den nächsten Stunden allmählich abschwächt. Insgesamt ist mit einer Wirkung zwischen vier und acht Stunden zu rechnen. Bei getrockneten Pilzen entspricht die übliche Dosierung zwischen 0,5 und 2 g und bei frischen Pilzen zwischen 5 und 10 g. In beiden Fällen werden etwa 5 bis 20 mg Psilocybin eingenommen.

Der Rausch

Durch die Eigenschaft der Stimmungsverstärkung, die Zauberpilze mit Cannabis teilen, profitieren Konsumenten von einer positiven Grundstimmung. Zu bedenken ist, dass die Neigung im Rausch, sein Innerstes nach außen zu kehren, anderen Menschen eine enorme Macht gibt. 

Erich Scholl ist 44 Jahre alt und leidenschaftlicher Ernährungsberater sowie Experte im Bereich Gesundheit, Fitness und Medizin. Sein Spezialgebiet umfasst dabei das testen und bewerten von Nahrungsergänzungsmitteln. Mit großer Sorgfältigkeit veröffentlicht er seine selbsterprobten Erfahrungsberichten, mit welchen  er für eine bessere Aufklärung sorgen möchte.

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